Die südliche Alternative zum Norden und ein Adenauer-Zitat

20.09.2016

WICKEDE (RUHR). Was 2013 laut Fachleuten aus dem Rathaus scheinbar noch „unmöglich“ war, ist nun wohl eine praktikable Alternative zu den ursprünglichen Plänen. Denn Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) und die zuständige Fachbereichsleitung der Gemeindeverwaltung Wickede (Ruhr) lobten nunmehr einen zweigeschossigen Neubau an der Ecke Hövel- und Ludgerusstraße als optimale Erweiterung der „Sekundarschule Wickede (Ruhr)“.

Vor drei Jahren dagegen hätten die Experten den nördlichen Standort zum Roncalli-Haus hin quasi noch als „alternativlos“ dargestellt, merkte FDP-Sprecher Andreas Teutenberg denn auch süffisant in der Sitzung des Ausschusses für Planung, Bau- und Umweltangelegenheiten des politischen Rates der Gemeinde Wickede (Ruhr) am heutigen Dienstag (20. September 2016) im Seminarraum des Bürgerhauses an.

Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern …

Bürgermeister und Verwaltungschef Dr. Martin Michalzik (CDU) konterte die Kritik jedoch sofort sinngemäß mit dem berühmten Zitat des legendären CDU-Politikers Konrad Adenauer: „Man braucht nicht immer denselben Standpunkt zu vertreten, denn niemand kann einen daran hindern, klüger zu werden.“ – Dem christdemokratischen Alt-Bundeskanzler wird übrigens auch der Satz zugeschrieben: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, nichts hindert mich, weiser zu werden.“ Soweit ging Michalzik in seiner Formulierung allerdings denn doch nicht.

Notwendige weitere Räumlichkeiten für einen Vollbetrieb der in Gründung befindlichen Schule

Mit einer Stimmenthaltung folgten die Ausschussmitglieder schließlich aber dem Beschlussvorschlag von Bürgermeister und Verwaltung. Demnach soll ein neuer Trakt mit den notwendigen weiteren Räumlichkeiten für einen Vollbetrieb der Schule auf den derzeitigen Grün- und Schulhofflächen vor dem jetzigen sogenannten „Südbau (neu)“ errichtet werden. Im Obergeschoss dieses System-/Modulbaus sollen dabei moderne Fachräume für den naturwissenschaftlichen Unterricht in Biologie, Chemie und Physik eingerichtet werden.

Damit soll bis zum Beginn des Schuljahres 2017/2018 genügend Platz für die wachsende Schülerzahl der in Gründung befindlichen Wickeder Sekundarschule geschaffen werden.

Bei der Fertigbauweise mit vorinstallierten Leitungen und anderen wichtigen Ausstattungsdetails setze man auf höchste Qualitätsstandards, betonte Fachbereichsleiter Markus Kleindopp von der kommunalen Bauverwaltung. Unter anderem strebe man eine Vollklimatisierung des Gebäudes an.

BG-Vertreter Cajus Crachus Steffen konnte Zustimmung nicht mit seinem Gewissen vereinbaren

Angesichts der bislang geschätzten Kosten zwischen 2,4 bis 2,6 Millionen Euro für den neuen Neubau-Plan stimmte Cajus Crachus Steffen als Vertreter der „Bürgergemeinschaft“ (BG) übrigens dem Beschlussvorschlag von Bürgermeister und Verwaltung nicht zu. Steffen fragte vielmehr laut und deutlich: "Wie sollen wir das bezahlen?"

Er könne eine Zustimmung zu der Beschlussvorlage vor seinem Gewissen nicht verantworten, so der Sachkundige Bürger der BG-Wählergemeinschaft. 

"Wo liegen wir bei den Kosten?" wollte Steffen zudem zu den bisher bereits in Rechnung gestellten Ausgaben und den bis jetzt erteilten Aufträgen wissen. – Die Verwaltungsvertreter konnten dies nicht direkt beantworten, versprachen allerdings die entsprechende Summe in den nächsten Tagen öffentlich mitzuteilen.

Gestiegene Kosten im Baugewerbe müssen einkalkuliert werden

Die erforderlichen Finanzmittel seien aber grundsätzlich in der mittelfristigen Haushaltsplanung der Kommune schon für 2017 berücksichtigt, hieß es. Mit Blick auf die Neuausrichtung der Erweiterungsplanung (Standort und Einrichtung) sowie die steigenden Kosten im Baugewerbe müsse man die ursprüngliche Kalkulation aus 2013 allerdings noch mal realistisch anpassen.

Argumente, die gegen den ursprünglich vorgesehenen nördlichen Anbau sprechen

Alle anderen Ausschussmitglieder folgten übrigens der Argumentation von Bürgermeister und Verwaltung sowie den Empfehlungen einer eigens in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie durch zwei fachkundige Planungsbüros.

Demnach sprechen inzwischen unter anderem folgende Argumente gegen den ursprünglich vorgesehenen nördlichen Anbau:

– die Grenzbebauung zum Fußweg in die Erbke und zum Roncalli-Haus

– die Feuerwehr-Zufahrt in einer Ausbaubreite von 3,00 Metern

– die ursprünglich kleineren Klassenräume

– die Beeinträchtigung der räumlichen Wirkung des sogenannten „Atriums“


Alte Lösung mit  unvorhersehbaren Anpassungsproblemen und dementsprechenden Mehrkosten?

Vor allem die langwierige Bauzeit der ursprünglich angedachten Massivbau-Lösung im Norden, die wohl eine monatelange Unterbringung einiger Schulklassen in Containern notwendig gemacht und voraussichtlich auch für erheblichen Arbeitslärm während des Unterrichts gesorgt hätte, führte allerdings wohl schlussendlich zu der nunmehr bevorzugen Alternativlösung in Fertigbauweise im Süden.

Zudem hätte der nördliche Anbau an den Altbau eventuell das Risiko unvorhersehbarer Anpassungsprobleme und dementsprechender weiterer Mehrkosten mit sich gebracht, hieß es.

Investitionen der Kommune in Schulstandort werden besser sichtbar

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) sieht den nunmehr favorisierten südlichen Neubau zudem als besseres Aushängeschild für den Schulstandort im Hövel. Denn durch die exponierte Lage des neuen Gebäudes würden die erheblichen Investitionen der Kommune in die Sekundarschule direkt sichtbar.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

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Der Erweiterungsbau mit Klassenzimmern und naturwissenschaftlichen Fachräumen soll nun in System-/Modulbauweise an der Ecke Hövel- und Ludgerusstraße entstehen, wo sich nun noch Grün- und Schulhof-Flächen befinden. FOTO: ANDREAS DUNKER
Der Erweiterungsbau mit Klassenzimmern und naturwissenschaftlichen Fachräumen soll nun in System-/Modulbauweise an der Ecke Hövel- und Ludgerusstraße entstehen, wo sich nun noch Grün- und Schulhof-Flächen befinden. FOTO: ANDREAS DUNKER

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