Volkstrauertag: Marsch vom Markt zum Mahnmal – Beachtenswerte Worte vom Bürgermeister

13.11.2016

WICKEDE (RUHR). Der jährliche Marsch vom Markt zum Mahnmal am Volkstrauertag ist in Wickede schon Tradition. Auch am heutigen Sonntag (13. November 2016) nahmen wieder Fahnenabordnungen von Vereinen, Musik- und Spielmannszug, Gesangverein und Feuerwehr sowie Vertreter aus Rat und Bürgerschaft an der Erinnerungsveranstaltung teil.

Am Kriegerehrenmal an der Ecke Kirchstraße und „Am Lehmacker“ legte man dann einen Blumenkranz nieder. Zudem gab es ein Gebet von Vikar Alexander Plümpe von der katholischen Kirchengemeinde sowie eine kurze – aber sehr beeindruckende – Ansprache von Bürgermeister Dr. Martin Michalzik.


Nachstehend der Text des Redemanuskriptes von Dr. Martin Michalzik (CDU). Der gesprochene Wortlaut wich leicht davon ab:

Vor 100 Jahren: Die „Hölle von Verdun“

Auf die Einladung zu diesem Gedenken 2016 habe ich ein Bild von der Gedenkstätte in Verdun gesetzt.  Die „Hölle von Verdun“ begann im Februar 1916. Das Schlachtfeld von Verdun war nur so groß wie (…) Werl, Wickede (Ruhr) und Ense. Mehr als 300.000 junge Männer, 162.000 Franzosen und 143.000 Deutsche, verloren ihr Leben in weniger als einem Jahr. – So viele Menschen wie heute insgesamt im Kreis Soest leben.

Verdun war die erste „Materialschlacht“, ein kriegsmaschinelles Gemetzel zwecks Massenvernichtung.

Wer die Gedenkstätte – das „Beinhaus“ – besucht, spürt ganz tief, wie unfassbar diese Vernichtungsmaschine gewütet hat.

Vor 75 Jahren: Deutscher Überfall auf die Sowjetunion

Vor 75 Jahren begann der deutsche Überfall auf die Sowjetunion. Allein in Russland kamen mehr als 20 Millionen Menschen als Kriegsopfer ums Leben.

„Nie wieder Krieg!“ – hieß es dann wenige Jahre später. – Doch Frieden gab es seitdem zwar für uns – aber nicht überall. Die Älteren unter uns wissen das noch: Korea-Krieg, Sechs-Tage-Krieg, Vietnam-Krieg, Jom-Kippur-Krieg.

Vor 25 Jahren: Erster Auslandseinsatz der Bundeswehr

Vor 25 Jahren kehrte der Krieg nach Europa zurück: Die jugoslawische Armee griff Slowenien an, um die Unabhängigkeit zu verhindern. Von Belgrad aus starteten MiG-29-Jagdflugzeuge und beschossen den Flughafen von Ljubljana. Hier begannen die sogenannten „Jugoslawien-Kriege“, die später zum ersten Auslandskampfeinsatz der Bundeswehr führten.

Vor fünf Jahren: Beginn des syrischen Bürgerkrieges

Vor fünf Jahren – im Frühling 2011 – sprühten einige syrische Schulkinder zwei Graffitis auf eine Mauer ihres Schulhof in Daraa, welche ins Deutsche übersetzt bedeuteten: „Du bist dran, Doktor!“ und „Nieder mit Assad!“ – Mit Doktor war Assad gemeint, der vor seiner Präsidentschaft als Augenarzt gearbeitet hatte.

Nachdem der Schulleiter anderntags die Polizei informiert hatte, wurden einige Kinder verhört, verhaftet und gefoltert. Damit nahm der syrische Bürgerkrieg bis zu den furchtbaren Bildern und Nachrichten aus Aleppo in unseren Tagen seinen Anfang.

Mehr als hundert tote Bundeswehrsoldaten

Vor zwei Jahren wurde in der Nähe von Potsdam der „Wald der Erinnerung“ eingeweiht. Gewidmet jenen 105 Soldaten und der Soldatin, die bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr ihr Leben verloren.

Allein in Afghanistan starben 57 Soldaten und mehr als 300 wurden verletzt: bei Selbstmordattentaten, Raketenangriffen und Bombenanschlägen, durch Beschuss, durch Sprengfallen, auch durch Unfälle oder Krankheiten –  und auch durch Suizide. Sie sind gestorben, um für uns und für andere Freiheit und Recht zu sichern.

Sprengstoffanschläge auf Konzerthaus und Konsulate

Vor einem Jahr schlug der neue Weltkrieg der Ideologien und Intoleranz in Paris im Konzerthaus Bataclan und an anderen Orten zu: Hundert Menschen fielen dem zum Opfer.

Und vor wenigen Tagen erst der Bombenanschlag auf das deutsche Generalkonsulat in Afghanistan …

Frieden ist keine Selbstverständlichkeit

Wir dürfen nicht vergessen, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist. Insofern sind wir alle aufgefordert unseren Beitrag zum Erhalt des Friedens zu leisten. Das wollen wir uns im Gedächtnis und im Herzen bewahren, wenn wir heute den Volkstrauertag begehen.

Kranz als Zeichen des Gedenkens

Auf diesem Mahnmal in Wickede stehen viele Namen von Menschen, die damls als Soldaten starben und uns heute noch fehlen. (…)

In Ehrfurcht vor den Toten der beiden Weltkriege und der Opfer von Gewaltherrschaft sowie aller Kriegsopfer und im Dienst gestorbenen Soldaten legen wir als Zeichen des Gedenkens diesen Kranz nieder.

Ich danke allen, die am heutigen Tag dieser Zeremonie beigewohnt haben – mein besonderer Dank gilt den Fahnenabordnungen für ihre Teilnahme. 


ANDREAS DUNKER für "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE"

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Ehrenbezeugung und Kranzniederlegung am Kriegerehrenmal an der Kirchstraße FOTO: ANDREAS DUNKER
Ehrenbezeugung und Kranzniederlegung am Kriegerehrenmal an der Kirchstraße FOTO: ANDREAS DUNKER

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