Wohnungseinbrüche: Negativer Trend für Wickede (Ruhr)

31.01.2017

WICKEDE (RUHR) / KREIS SOEST. Im ersten Monat dieses Jahres gab es schon fast so viele versuchte und vollendete Wohnungseinbrüche in Wickede (Ruhr) wie im gesamten letzten Jahr. – Während die Kreispolizeibehörde Soest die Zahl der Wohnungseinbrüche in der Ruhrgemeinde für 2016 mit insgesamt 23 Fällen beziffert, gab es im Januar 2017 bereits 17 angezeigte Straftaten dieser Art im Gemeindegebiet.

Da mag es Wohnungsbesitzer und Hauseigentümer wenig beruhigen, dass die gerade von der Polizei veröffentlichten statistischen Zahlen für Wohnungseinbruchsdelikte im Kreis Soest von 831 im Jahre 2015 auf 601 im Jahre 2016 gesunken sind. Und auch in Wickede die Zahl der Wohnungseinbrüche von 31 (2015) auf 23 (2016) gefallen ist. Denn die Wohnungseinbruchswerte liegen kreisweit damit immer noch über dem Fünf-Jahres-Wert von durchschnittlich 577 Fällen pro Jahr. Und die enorm hohe Zahl der Delikte im ersten Monat 2017 in Wickede lassen nichts Gutes für die nächste Kriminalitätsstatistik vermuten.

Bei fast jedem zweiten Wohnungseinbruch scheitern die Täter

Erfreulich ist nur, dass die Straftäter immer öfter bei Einbruchsversuchen scheitern, da die Bürger offenbar immer vorsichtiger und wachsamer werden und ihr Eigentum mit entsprechender Sicherheitstechnik schützen. – Die massiven Präventionskampagnen der Polizei scheinen sich hier positiv auszuwirken.

So bietet die Kriminalpolizei ja unter anderem ihre kostenlose Beratung zur Sicherung von Fenstern, Türen und so weiter an.

Manch einer hat so kein Vermögen durch Diebe verloren – aber durch (un-)freiwillige Investitionen in teure Sicherheitsmaßnahmen.

Dass sich dies durchaus lohnen kann, zeigt die Tatsache, dass es inzwischen bei fast jedem zweiten Einbruch beim Versuch bleibt und die Diebe keine Beute mehr machen. Auch in Wickede sei es 2016 bereits in 14 von 23 Fällen beim versuchten Einbruch geblieben, heißt es in einer Mitteilung der Kreispolizeibehörde Soest an die Medien vom heutigen Dienstag (31. Januar 2017).

Aufklärungsquote der Polizei ist 2016 gestiegen

Stolz verkündet Pressesprecher Frank Meiske darin: „Die intensive und engagierte Arbeit aller Beamten der Kreispolizeibehörde Soest hat in der Bekämpfung des Wohnungseinbruchs Früchte getragen. Bei über 43 Prozent der Taten blieb es beim Versuch. Eine überaus erfreuliche Steigerung gab es bei der Aufklärung. Bereits im Jahr 2015 lag die Kreispolizeibehörde mit 14 Prozent aufgeklärter Fälle über dem Landesdurchschnitt. Im Jahr 2016 konnten die Ermittler sogar in 24 Prozent aller Einbrüche einen Täter ermitteln. Damit nimmt die Polizei im Kreis Soest einen Spitzenplatz in Nordrhein-Westfalen ein.“ In Wickede (Ruhr) habe die Aufklärungsquote 2016 sogar bei 34,78 Prozent gelegen, heißt es. Meiske weiter: „Diese Erfolge sind kein Zufall. Bereits im September 2015 wurde eine Ermittlungskommission eingesetzt, die sich ausschließlich mit dem Thema Wohnungseinbruchdiebstahl beschäftigte.“ – Dass diese Kommission nur aus wenigen Beamten besteht und diese dafür aus anderen Bereichen abgezogen wurden, lässt Meiske leider unerwähnt.

„Berufsrisiko“ professioneller Einbrecher und Diebe ist gering

Klingt trotzdem eigentlich gut. Experten sind allerdings skeptisch und fragen sich, ob die Behörden und Politiker die Bevölkerung nicht nur in trügerische Sicherheit wiegen wollen. Denn bereits eine als verdächtig ermittelte Person gelte häufig als vermeintlicher Erfolg in der polizeilichen Aufklärungsstatistik.

Ob es sich bei dem Beschuldigten dann wirklich um den Täter handele, dieser festgenommen und angeklagt würde, stünde auf einem ganz anderen Blatt. Und schlussendlich müsse dem überführten Täter sein „Vergehen“ (mehr ist ein Wohnungseinbruchsdiebstahl laut Strafgesetzbuch nicht) ja auch noch juristisch haltbar bewiesen werden, was längst nicht in allen Fällen gelänge.

Das „Berufsrisiko“ irgendwann mal für längere Zeit im „Knast“ zu landen, sei somit selbst für professionelle Einbrecher und Diebe relativ gering, gab deshalb selbst ein Sprecher der nordrhein-westfälischen Justizministeriums kürzlich im vertraulichen Gespräch mit „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ zu.

Opfer bleiben häufig traumatisiert und hilflos

Die Opfer bleiben nach Wohnungseinbrüchen hingegen häufig noch lange traumatisiert und leben mit der Angst in ihren eigenen vier Wänden, dass sie Straftätern relativ hilflos ausgeliefert sind und diese jederzeit erneut in ihre Privatsphäre eindringen können.

Ein Wickeder – der anonym bleiben will – berichtete beispielsweise, dass er – auch Monate nach zwei Einbruchsversuchen in sein Haus – immer noch ein ungutes Gefühl habe, wenn er alleine unter der Dusche stehe und im Eigenheim oder auf dem Grundstück irgendwelche komischen Geräusche höre, die er nicht zuordnen könne.

Das heute gegebene Versprechen von Behördensprecher Frank Meiske „Auch im Jahr 2017 wird die Polizei alle Anstrengungen unternehmen, um die (…) Bürger im Kreis Soest vor Straftaten zu schützen.“ wird dem Wickeder die Sorgen um die Sicherheit seiner Person und seiner Sachwerte wohl nicht nehmen.

Noch mehr beunruhigen dürfte ihn, dass die Zahl der Wohnungseinbruchsversuche insgesamt landesweit sogar – laut Landeskriminalamt (LKW) – nochmals gegenüber dem Vorjahr angestiegen sein sollen und nur die Zahl der vollendeten Einbruchsdiebstähle gesunken ist.

Hält Kreispolizeibehörde Soest illegal Daten zurück?

Stutzig macht die Redaktion von „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ in diesem Zusammenhang übrigens, dass die Pressestelle der Kreispolizeibehörde Soest bis März 2017 eigentlich keine Informationen zu dem Deliktfeld „Wohungseinbrüche“ in Wickede (Ruhr) und im Kreis Soest für 2016 mitteilen wollte, da man die Statistik noch unbedingt „überarbeiten“ („validieren“) müsse und Innenminister Ralf Jäger (SPD) in Düsseldorf den Vortritt bei der Präsentation der landesweiten Daten lassen wolle.

Ob die Kreispolizeibehörde Soest damit nicht sogar gegen Paragraf 4 Absatz 1 des nordrhein-westfälischen Landespressegesetzes („Informationsrecht der Presse“) verstößt, sei dahingestellt. Denn in dem Gesetz heißt es wörtlich: „Die Behörden sind verpflichtet, den Vertretern der Presse die der Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgabe dienenden Auskünfte zu erteilen.“

Darüber, dass ein Minister ein Vorrecht zur Präsentation der Kriminalstatistik hat und die Vorjahresdaten deshalb  von regionalen Pressestellen der Polizei über Wochen zurückgehalten werden dürfen, ist jedenfalls nichts bekannt.

Drei Wohnungseinbrüche in Wickede (Ruhr) alleine in der letzten Woche 

Für die Gemeinde Wickede (Ruhr) und ihre Bewohner scheint sich die Überschrift der Meldung „Positiver Trend beim Wohnungseinbruch“ der Kreispolizeibehörde Soest des heutigen Tages leider nicht zu bewahrheiten. Denn in ihrem wöchentlichen „Wohnungseinbruchsradar“ gab die gleiche Behörde erst gestern noch bekannt, dass Wickede alleine in der letzten Woche gleich drei Mal von Einbrechern heimgesucht worden sei.

Da ist es auch nur wenig tröstlich, dass die in Wiehagen wohnende Landrätin Eva Irrgang (CDU) als oberste Dienstherrin der Kreispolizeibehörde jüngst öffentlichkeitswirksam als Belohnung einige Leckerchen an Polizei-Diensthunde verteilte, von denen einer bei der Ergreifung eines Einbrechers auf frischer Tat behilflich war.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

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GRAFIK: KREISPOLIZEIBEHÖRDE SOEST
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