Neue Regionalmanagerin für LEADER – und bislang kein realisiertes Projekt in Wickede

02.02.2018

ENSE / FRÖNDENBERG / WELVER / WERL / WICKEDE (RUHR). Die studierte Stadtplanerin und Sozialwissenschaftlerin Carina Gramse ist neue Regionalmanagerin der LEADER-Region „Börde trifft Ruhr“. Die 30-Jährige stammt gebürtig aus Altenbeken bei Paderborn und wohnt privat seit fünf Jahren mit Mann und Kind in Menden. Daher ist ihr die LEADER-Region mit den Kommunen Ense, Fröndenberg, Welver, Werl und Wickede (Ruhr) durchaus bekannt.

Zuvor war Gramse, die am gestrigen Donnerstag (1. Februar 2018) die Nachfolge von Sven Hedicke antrat, in einem privatwirtschaftlichen Büro für Raum- und Umwelt-Planung im Westerwald beschäftigt. Dort gehörten „Klassische Stadtplanung“ und „Integrierte Dorfentwicklungskonzepte“ zu ihren Aufgabengebieten. Zudem ist ihr auch die LEADER-Bürokratie vertraut.

Ihren Sitz hat die neue Regionalmanagerin zusammen mit ihrer Teilzeit-Kollegin  Christine Theiler-Hemmer im Rathaus in Ense-Bremen. Die Vollzeitstelle ist bis zum Ende des LEADER-Projektes im Jahre 2022 befristet.

Durch ihr Masterstudium an der Fachhochschule Dortmund mit dem Schwerpunkt „Soziale Nachhaltigkeit und demografischer Wandel“ sowie die Mitarbeit an einem Forschungsprojekt im Ruhrgebiet hat sich Gramse bereits mit Themen wie Strukturwandel, Daseinsfürsorge und Infrastruktur beschäftigt.

„Lotsinnen“ im staatlichen Bürokratie-Dschungel

Bei LEADER sollen Carina Gramse und Christine Theiler-Hemmer für die Antragsteller der EU-Fördermittel als „Lotsinnen“ im staatlichen Bürokratie-Dschungel dienen.

Denn bis 2022 können die Gemeinden und Städte sowie gemeinnützige Vereine, Einrichtungen, landwirtschaftliche Betriebe und andere Unternehmen aus den fünf Kommunen noch Fördergelder im Rahmen von LEADER beantragen.

Seit der Anerkennung der LEADER-Region im Sommer 2015 wurde in Wickede (Ruhr) allerdings noch kein einziges Projekt realisiert.

Machbarkeitsstudie „RuhrLeuchten“ und „Splash:FarbBad“

Zu den Ideen aus Wickede zählt aber die Finanzierung einer Machbarkeitsstudie zu dem Projekt „RuhrLeuchten“. Dabei geht es um eine nächtliche Illuminierung der Wehranlagen in der Ruhr. Außerdem soll unter dem Arbeitstitel „Splash:FarbBad“ ein Graffiti-Kunstwerk an einer Außenwand des Freibad-Gebäudes gegenüber der alten TV-Tennisanlage geschaffen werden. Daran beteiligt sind unter anderem der Freibad-Förderverein und die Streetwork-Jugendgruppe.

Ökumenischer Meditationsweg scheiterte an bürokratischen Hürden

Ein ökumenischer Meditationsweg als interkonfessionelles Projekt der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinden in Wickede (Ruhr) sei an den bürokratischen Hürden von LEADER gescheitert, erklärten die Pfarrer Christian Klein und Thomas Metten übereinstimmend gegenüber "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE". – Den Meditationsweg wollen die Religionsgemeinschaften jetzt in eigener Regie finanzieren.

Bei anderen Projekten erwies sich der bisherige Regionalmanager Diplom-Geograf Sven Hedicke mehr als „Bremser“ denn als „Motor“.

2,7 Millionen Euro für Projekte und Verwaltung 

Im Rahmen von „LEADER“ stehen für die fünf beteiligten Kommunen innerhalb von sieben Jahren insgesamt zirka 2,7 Millionen Euro an Fördergeldern zum Abruf bereit. Neben den Mitteln zur Umsetzung von Projekten zur Stärkung des ländlichen Raumes dient ein Teil des Geldes dabei der Finanzierung der Verwaltung (Regionalmanagement).

Neun Projekte in anderen Kommunen bereits bewilligt

Bislang seien insgesamt neun Projekte in den anderen Kommunen von der Bezirksregierung in Arnsberg bewilligt worden und hätten einen Zuwendungsbescheid erhalten, berichtete Christine Theiler-Hemmer. Dies entspräche einem Fördervolumen von knapp 212.000 Euro. Weitere Projekt-Ideen wurden von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) bereits beraten, bedürfen allerdings erst noch der Genehmigung durch die Landesbehörde.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“


STICHWORT: LEADER

LEADER (Liaison entre actions de dévelopement de l’économie rurale) ist eine Fördermaßnahme der Europäischen Union (EU). Ziel der Strukturförderung ist die Unterstützung einer eigenständigen und nachhaltigen Regionalentwicklung des ländlichen Raums. Das Programm wird aus dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ finanziert und auch seitens des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt. 

Zur sogenannten „Lokalen Aktionsgruppe“ (LAG), die im Auftrag des Vereins „LEADER-Region Börde trifft Ruhr e. V.“ über die Vergabe von Fördermitteln für Projekte berät und entscheidet gehören aktuell folgende Mitglieder:

Ense: Ingo Bankamp, Luzia Fleißig, Angelika Holbeck, Lara Krick, Sebastian Matz und Dieter Michel

Fröndenberg: Martin Kramme, Jochen Oberschelp, Rudolf Potthoff und Monika Schröer

Welver: Georg Brill, Dieter Schulze und Uwe Schumacher

Werl: Ulrich Canisius, Adrian Götz, Beate Kohlmann und Karl-Wilhelm Westervoß

Wickede (Ruhr): Rainer Belz, Martin Bertram, Bärbel Dittrich, Dr. Martin Michalzik, Andrea Schulte und Sabine Schulte-Klopotowski

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LEADER-Vorstandsmitglied Alois Langesberg (Gemeinde Ense), Teilzeit-Regionalmanagerin Christine Theiler-Hemmer und die neue Vollzeit-Regionalmanagerin Carina Gramse sowie Enses Bürgermeister Hubert Wegener (von links) FOTO: LEADER-REGION BÖRDE TRIFFT RUHR E. V.
LEADER-Vorstandsmitglied Alois Langesberg (Gemeinde Ense), Teilzeit-Regionalmanagerin Christine Theiler-Hemmer und die neue Vollzeit-Regionalmanagerin Carina Gramse sowie Enses Bürgermeister Hubert Wegener (von links) FOTO: LEADER-REGION BÖRDE TRIFFT RUHR E. V.

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